In der präkolumbianischen Zeit, wie sie in den Büchern von Alfred W. Cosby[1] beschrieben wird, wird auf den durch Menschen ausgelösten Klimawandel nur am Rande eingegangen.
Der Grund für die erste, für mehrere Jahre andauernde Abkühlung:
„Nach der neuesten Forschung gilt eine heftige vulkanische Eruption auf der Nordhalbkugel um 535/536 als Auslöser, deren Wirkung durch einen weiteren großen Ausbruch im Jahr 540 verstärkt wurde. Der Ausstoß größerer Mengen an Aerosolen in die Atmosphäre verursachte die Verfinsterungserscheinungen und Witterungsanomalien. Darüber hinaus rekonstruierte man auf der Basis von Baumringen aus dem Alpenraum und dem Altai, dass die Doppeleruption von 536/540 gemeinsam mit einer Verringerung der Sonnenaktivität das Kippen der Klimaverhältnisse auf der Nordhalbkugel in eine kältere Periode beschleunigte.”[2]
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts brachen scheinbar gleichzeitig und überall auf dem europäischen Kontinent Hungeraufstände aus. Die Forschung prägte dafür den Begriff der «allgemeinen Krise des 17. Jahrhunderts». Hoffnung für die Kleinbauern brachten die amerikanischen Nutzpflanzen, die bis zum Jahr 1642 den Atlantik auf der Silberroute überquert hatten. Die Spuren des kolumbischen Austauschs hat man zu dieser Zeit schon erkennen können: Flächen mit amerikanischem Mais in Italien, Teppiche von amerikanischen Bohnen in Spanien, Felder voll der amerikanischen Sonnenblumen in Frankreich. Und auf niederländischen Äckern strecken sich große Tabakblätter dem Sonnenlicht entgegen. Die größte Bedeutung aber gewinnt die Kartoffel, die in den deutschen Staaten, den Niederlanden und zunehmend auch in Irland für Nahrung sorgt. In normalen Zeiten könnte die rasch steigende landwirtschaftliche Produktivität, die durch Inflation und Krieg hervorgerufene Unzufriedenheit einigermaßen besänftigen.
Aber es sind keine normalen Zeiten:
„Das Klima selbst hat sich verändert. Seit fast hundert Jahren erlebt Europa erschreckend schneereiche Winter, einen späten Frühlingsbeginn und kalte Sommer. Kühle Temperaturen in Mai und Juni verschieben die französische Weinernte bis in den November hinein; die Menschen laufen hundertfünfzig Kilometer über das gefrorene Meer von Dänemark nach Schweden; grönländische Jäger vertäuen ihre Kajaks an der schottischen Küste.“ [3]
Die Welt scheint aus den Fugen zu sein. Historiker nennen diese Kältewelle die Kleine Eiszeit. [S.67] Jene weltweite Klimaanomalie, die in der nördlichen Hemisphäre etwa von 1550 bis 1750 anhielt, lässt sich schwer genauer festlegen; Beginn und Dauer unterscheiden sich von einer Region zur anderen. Da es damals nur wenige Wetteraufzeichnungen gab, müssen die Paläoklimatologie-Wissenschaftler, die die Klimate weit zurückliegender Zeiten erforschen – sich mit unzulänglichen Indikatoren wie Baumringen und der chemischen Zusammensetzung winziger Gasblasen im Polareis behelfen. Anhand solcher indirekten Anhaltspunkte haben einige Forscher die Hypothese vorgebracht, die Kleine Eiszeit sei auf den Rückgang der Sonnenfleckenaktivität, das sogenannte Maunderminimum, zurückzuführen. [S.68] Da Sonnenflecken mit dem Energieausstoß der Sonne korrelieren, lässt eine geringere Zahl von Sonnenflecken auf eine weniger intensive Sonnenstrahlung schließen – was nach Meinung dieser Forscher ausreicht, um die Erde abzukühlen. Andere Wissenschaftler meinten, der Temperaturrückgang sei durch große Vulkanausbrüche hervorgerufen worden, die Schwefeldioxid in die obere Atmosphäre geschleudert hätten. Hoch über den Wolken vermischt sich das Schwefeldioxid mit Wasserdampf, woraufhin sich winzige Schwefelsäuretropfen bilden – glänzender Himmelsstaub –, die das Sonnenlicht ins All zurückwerfen. Dieses Phänomen gab es 1642; man nimmt heute an, dass ein heftiger Ausbruch im Süden der Philippinen die Erde drei Jahre lang abgekühlt hat. Allerdings sind beide Hypothesen scharf kritisiert worden. Viele Wissenschaftler glauben, die Wirkung des Maunderminimums sei zu gering, um die „Kleine Eiszeit“ erklären zu können. Die Ansicht, dass eine Reihe von vereinzelten Vulkanausbrüchen keinen stetigen Temperaturrückgang verursacht haben könnten, setzt sich durch.
[1] Crosby, Alfred W. „The Columbian Exchange: Biological and Cultural Consequences of 1492“(Westport, Conn., 2003); und Crosby Alfred W., Ecological Imperialism: The Biological Expansion of Europe, 900–1900 (Cambridge, 1986)
[2] Preiser-Kapeller, Johannes, Byzanz: Das Neue Rom und die Welt des Mittelalters (München: C.H. Beck, 2023), S. 68
[3] Mann, Charles, C.. Kolumbus‘ Erbe: Wie Menschen, Tiere, Pflanzen die Ozeane überquerten und die Welt von heute schufen (pp. 65-66).
2003 machte William F. Ruddiman[1] einen anderen Grund für die Kleine Eiszeit verantwortlich – seine These erschien anfangs etwas ausgefallen, mittlerweile wird sie aber durchaus ernst genommen:[2]
Als die menschlichen Ansiedlungen größer wurden, so Ruddiman, wurden mehr Flächen für die Landwirtschaft erschlossen und mehr Bäume für Brenn- und Bauholz geschlagen. In Europa und Asien holzte man die Wälder mit der Axt ab. In Amerika geschah das vor Colón meist durch Feuer – riesige Waldgebiete wurden niedergebrannt. Mit Hilfe von Bränden rodeten die indigenen Völker in Amerika große Flächen für Landwirtschaft und Jagd. Wochenlang hing der Rauch der „indianischen“ Brandrodung über Florida, Kalifornien und den Great Plains. [S.69] Heute glauben viele Forscher, dass ohne diese regelmäßigen Feuer die Prärie im Mittleren Westen längst von Wäldern verschlungen worden wäre. [S.70] Gleiches gilt für die Grasgebiete der argentinischen Pampas, die Hügel Mexikos, die Dünen in Florida und die Hochebenen der Anden. Auch in den amerikanischen Wäldern hatte das Feuer seine Spuren hinterlassen. «Die häufigen Brände, die die „Indianer“ in den Wäldern legten», meinte der englische Kolonist Edward Johnson 1654, «mache die Wälder östlich des Mississippi so offen und spärlich an Holz, dass sie wie die Parks in England aussähen». Die jährliche Brandsaison entfernte das stachlige Unterholz, vernichtete schädliche Insekten und rodete das Land für den Feld- und Ackerbau.[S.71] In den Tropen sind derartige Brände in geringerem Maße untersucht worden, doch zwei kalifornische Paläoökologen – Wissenschaftler, die sich mit den Ökosystemen weit zurückliegender Zeiten beschäftigen – haben 2008 die Brandgeschichte von einunddreißig Fundstellen in Mittel- und Südamerika erforscht und festgestellt, dass der Anteil an Holzkohle im Boden – ein Hinweis auf Feuer – in den vergangenen 2000 Jahren erheblich zugenommen hat.[S.72]
Beginn des kolumbischen Austauschs. Eurasische Bakterien, Viren und Parasiten breiten sich in Windeseile über Amerika aus, töten eine ungeheure Zahl von Menschen – und zerstören gleichzeitig das jahrtausendealte Netzwerk menschlicher Eingriffe in die Natur. Mit den Fackeln der Indianer verlöschen auch die Rodungsbrände in der westlichen Hemisphäre. In den Wäldern verdrängen Bäume, die nicht ans Feuer angepasst sind, wie Eiche und Hickory, Pyrophyten wie Weihrauch-, Sumpf- und Elliott-Kiefern, die so sehr auf regelmäßige Brände angewiesen sind, dass sich ihre Zapfen erst öffnen und den Samen freigeben, wenn sie Feuer ausgesetzt sind. Tiere, die die Indianer gejagt und daher zahlenmäßig begrenzt hatten, vermehren sich plötzlich in großer Zahl. Und so fort. Lange Zeit hat die indigene Brandrodung Kohlendioxid in die Luft geblasen. Zu Beginn des Homogenozäns[3] verringert sich dieser Ausstoß unvermittelt.
Ehemals offene Grasgebiete füllen sich mit Wald, was zu einem heftigen Anstieg der Photosynthese führt. 1634, vierzehn Jahre nach der Landung der Pilgerväter in Plymouth, beklagt der Kolonist William Wood[4], dass die einst offenen Wälder nun so mit Unterholz zugewuchert sind, dass es «unnütz und mühsam ist, sich einen Weg hindurch zu bahnen». Auf riesigen Flächen Nordamerikas, Mittelamerikas, der Anden und des Amazonasgebiets regenerieren sich die Waldgebiete. Ruddimans Einfall ist einfach: Die Zerstörung der präkolumbischen Gesellschaften durch europäische Krankheitserreger habe einen Rückgang indigener Brandrodungen und eine Zunahme des Baumwachstums bewirkt. Beide Einflüsse hätten das Kohlendioxid in der Luft reduziert. 2001 schätzte eine Forschungsgruppe unter Leitung von Robert A. Dull[5], University of Texas, dass allein die Aufforstung ehemaliger landwirtschaftlicher Flächen in Amerikas Tropenregionen bis zu einem Viertel des Temperaturrückgangs verursacht haben könnte – eine Analyse, die, wie Forscher anmerkten, den Rückgang ungewollter Feuer, die Rückkehr des Waldes auf freie, aber nicht bestellte Flächen und die ganze gemäßigte Zone nicht berücksichtigt habe. In Form von tödlichen Bakterien und Viren hat der kolumbische Austausch also, um Dull zu zitieren, «den Kohlenstoffhaushalt der Erde beträchtlich beeinflusst». Es war die Umkehrung der heutigen Klimaveränderung:
[1] Ruddiman, William F. , ein Paläoklimatologe der University of Virginia
[2] Mann, Charles, C. Kolumbus‘ Erbe: Wie Menschen, Tiere, Pflanzen die Ozeane überquerten und die Welt von heute schufen (pp. 66-68).
[3] https://ucrisportal.univie.ac.at/en/publications/homogenoz%C3%A4n-oder-kapitaloz%C3%A4n/ (21.04.2026)
[4] https://timeline.sawyerfreelibrary.org/timeline/william-wood-an-early-colonizer-in-ipswich-published-new-england-prospects-in-london-identifying-an-indigenous-settlement-on-cape-ann-2/ (21.04.2026)
[5] https://www.callutheran.edu/faculty/profile.html?id=robertdull (21.04.2026)
Menschliches Handeln entzog der Atmosphäre Treibhausgase, statt welche hinzuzufügen – ein erstaunliches meteorologisches Vorspiel zum Homogenozän. [S.73]
Europäische Krankheiten bewirkten einen massiven Bevölkerungseinbruch in der gesamten Hemisphäre – und eine außergewöhnliche ökologische Wende, als der Wald die verlassenen Felder und Siedlungen wieder in Besitz nahm. Das Ende der indigenen Brandrodung und die Regeneration der Wälder entzogen der Luft so viel Kohlendioxid, dass eine wachsende Zahl von Forschern meint, diese beiden Faktoren seien die wichtigsten Gründe für den dreihundert Jahre anhaltenden Temperaturrückgang gewesen, der als Kleine Eiszeit bezeichnet wird. Die Auswirkungen der Kleinen Eiszeit zeigten sich auch auf dem amerikanischen Kontinent. [S.74] Es war deutlich zu erkennen, wie sich „Indianergebiete“ mit Wald füllten – und mit Schnee. Das Eis war so dick, dass die Leute mit Kutschen durch den Bostoner Hafen fuhren; die Kälte ließ den größten Teil der Chesapeake Bay zufrieren und kostete den vierzig französischen Kolonisten, die Montreal gegründet hatten, fast das Leben. Eingeführte Rinder und Pferde erfrieren in den Schneeverwehungen von Maine, Connecticut und Virginia.
Andere Auswirkungen sind weniger leicht zu erkennen. [S.75] Der Wald überzog die ehemaligen „Indianergebiete“ mit kälteliebenden Arten wie Hemlocktannen, Fichten und Buchen. Unter ihrem Blätterdach brauchten die Frühlingstümpel in den kühlen Sommern länger zum Austrocknen. Stechmücken, die in ihnen brüten, konnten daher eher überleben. Bei diesen paradoxerweise kälteliebenden Stechmücken ist Anopheles quadrimaculatus[1] hervorzuheben. In diesen Jahren grassiert die Malaria in Südostengland. Genau wird sich das nie dokumentieren lassen, doch es gibt gute Gründe für die Annahme, dass die Krankheit 1642 bereits in den Körpern von Auswanderern aus England nach Amerika gelangt ist.
Wie immer bilden Schiffe – diesmal aus Afrika kommend – eine Art ökologischen Korridor für Güter und Krankheiten. Einigen Nutzpflanzen wie Jamswurzeln, Hirse, Sorghum, Wassermelonen, Schwarzaugenbohnen und afrikanischem Reis folgte das Gelbfieber. [S.76]
In Mexiko breiteten sich die Great Plains aus. Von ihrem südlichen Ende kamen viele große Herden spanischer Pferde, die die Silbergaleonen auf dem Rückweg über den Atlantik mitgebracht hatten. Überall im nordamerikanischen Westen und Südwesten gaben die indigenen Bauern ihre Felder auf und schwangen sich auf die Rücken der spanischen Tiere. Gesellschaften, die über lange Zeiten sesshaft waren, beginnen ein Wanderleben; die «uralte Tradition» der nomadischen „Prärieindianer“ nimmt ihren Anfang, eine rasche Anpassung an den kolumbischen Austausch. Als die indigenen Völker sich Pferde beschafften, gerieten sie in Konflikt miteinander und mit den Arbeitskräften auf den sich ausbreitenden spanischen Landgütern.
Auch in Ostasien ist die Kleine Eiszeit angekommen, allerdings machte sie sich dort in der Regel nicht durch Schnee und Eis bemerkbar, sondern mit mörderischen Regenfällen, die von Phasen kalter Trockenheit abgelöst wurden. Die fünf schlimmsten Trockenjahre in fünf Jahrhunderten lagen zwischen 1637 und 1641. Doch in diesem Jahr ertränkt der Regen die Ernten. All diese Auswirkungen werden verschlimmert durch eine Reihe von Vulkanausbrüchen in Indonesien, Japan, Neuguinea und auf den Philippinen. Millionen Menschen kamen dadurch um. Das kalte, nasse Wetter und die vielen Todesfälle hatten zur Folge, dass zwei Drittel der landwirtschaftlichen Flächen Chinas nicht mehr bestellt wurden, was die Hungersnot noch verschlimmert. Die Ming-Herrscher hatten geglaubt, es wäre ihre Pflicht, China vor den verderblichen ausländischen Einflüssen zu schützen. Sie scheiterten. Amerikanische Nutzpflanzen wie Tabak, Mais und Süßkartoffeln breiteten sich auf den Hängen aus. Amerikanisches Silber beherrscht die Wirtschaft. Auch wenn die Kaiser es nicht wussten – amerikanische Bäume gehörten zu den Verursachern des Regens.
Die Eroberung Amerikas kostete rund 90 Prozent der Ureinwohner das Leben. Auf Flächen von der Größe Frankreichs breitete sich Vegetation aus, die viel Kohlendioxid aufsaugte. Mit offenbar einschneidenden Folgen für das globale Klima.[2]
[1] der gemeinsame Name für fünf fast ununterscheidbare verwandte Arten. Wie andere Stechmücken der Gattung Anopheles trägt A. quadrimaculatus den Parasiten, der Malaria verursacht – daher lautet der gängige Name des Insekts «nordamerikanische Malariamücke».
[2] https://www.welt.de/geschichte/article188372307/Klimawandel-Massensterben-der-Indianer-foerderte-Kleine-Eiszeit.html (21.04.2026)
«Allein in Zentralmexiko sank die Bevölkerung zwischen 1520 und 1600 von 1,5 Millionen auf weniger als 200.000 Menschen. Zu den Folgen dieses entsetzlichen Massensterbens gehört eine Veränderung des Klimas.»[1] Danach wurden die verlassenen Anbauflächen umgehend von Bäumen und anderer üppiger Vegetation besiedelt, die der Atmosphäre in großem Stil Kohlenstoff entzogen. Das hätte einen substanziellen Einfluss auf den globalen Kohlendioxidhaushalt gehabt, was zu einer deutlichen Abkühlung führte. Die sogenannte Kleine Eiszeit, die das Klima seit dem Spätmittelalter prägte, habe dadurch einen weiteren Schub erhalten, schreibt ein Team um Alexander Koch. Als Christoph Kolumbus 1492 seinen Fuß auf amerikanischen Boden setzte, sollen zwischen 8,4 und 112,6 Millionen Menschen in der Neuen Welt gelebt haben. (Zwischen diesen extremen Schätzungen nehmen Historiker inzwischen einen Mittelwert von 54 Millionen an.) Die Londoner Forscher haben für ihre Studie 60,5 Millionen angesetzt, ungefähr ein Zehntel der damaligen Weltbevölkerung. Die brutalen Eroberungskriege, der kulturelle Kollaps und die folgende Versklavung, vor allem aber die Krankheitserreger wie Pocken und Masern, die die Spanier und Portugiesen mitbrachten und gegen die Bewohner Amerikas keine Antikörper besaßen, reduzierten diese Zahl innerhalb weniger Generationen um rund 90 Prozent. In Haiti etwa lebten um 1492 noch bis zu 300.000 Indígenas, 30 Jahre später waren es nur noch 16.000, weshalb die neuen Herren umgehend darangingen, die Lücken mit Sklaven aus Afrika aufzufüllen. Diese wurden aber nicht in großflächigem Ackerbau, sondern vor allem im Bergbau und auf Plantagen für Zuckerrohr eingesetzt.
Das Londoner Team schätzt, dass die präkolumbischen Zivilisationen, zu denen große Imperien wie die der Inka im Anden-Raum und der Azteken in Mexiko gehörten, rund 56 Millionen Hektar Land bewirtschafteten. Das entspricht ungefähr der Größe Frankreichs. Dieses Land wurde beinahe schlagartig nicht mehr bebaut und umgehend von natürlicher Vegetation in Besitz genommen. Zugleich wurde die Brandrodung drastisch eingeschränkt, die zuvor den Kohlendioxidausstoß angetrieben hatte. Bäume und Pflanzen saugten geradezu große Mengen des Kohlendioxids aus der Atmosphäre. Die Forscher gehen von einer Abnahme von sieben bis zehn ppm (parts per million) aus, das bedeutet, dass aus einer Million Teilchen Luft sieben bis zehn Teilchen des Gases verschwanden, das heute für die globale Klimaerwärmung verantwortlich gemacht wird. Zum Vergleich: Durch die menschlichen Emissionen steigt der Anteil des Kohlendioxids in der Luft gegenwärtig pro Jahr um knapp drei ppm.
Literaturliste
- „The Columbian Exchange: Biological and Cultural Consequences of 1492“(Westport, Conn., 2003)
- Crosby, Ecological Imperialism: The Biological Expansion of Europe, 900–1900 (Cambridge, 1986)
- Johannes Preiser-Kapeller, Byzanz: Das Neue Rom und die Welt des Mittelalters (München: C.H. Beck, 2023), S. 68
- Mann, Charles C.. Kolumbus‘ Erbe: Wie Menschen, Tiere, Pflanzen die Ozeane überquerten und die Welt von heute schufen (pp. 65-66) und (pp. 66-68)
[1] Diese These haben Forscher des University College in London in der Fachzeitschrift „Quaternary Science Reviews“ aufgestellt.
